Interview mit Brauerei-Besitzer (Kuramoto): Sotaro Kinoshita 

F: 1. Welche Entwicklungen in der Sakewelt finden Sie zurzeit besonders interessant und welche gefallen Ihnen nicht?

A: Naja ich stelle fest, dass im Vergleich zu früher immer mehr Leute hochwertigen statt billigen Sake trinken wollen. Vor allem sind das junge Leute, und dass diese sich wieder für Sake begeistern können freut mich sehr. Auch "lokaler" Sake gewinnt wieder an Bedeutung und im Ausland steigt das Interesse an Sake ebenfalls.

Schwierig finde ich, dass obwohl der Sakeverkauf im Allgemeinen ansteigt, sich dies vor allem auf Tokyo konzentriert. Beinahe alle wollen in Tokyo verkaufen, und in den Präfekturen selbst kann es oft schwierig werden.
Früher gab es in Izakayas ein Sake Menü auf dem die Sake 2 oder 3 Jahre festgelegt waren. Aber heute wechseln die Sake häufig durch Saisonale Produkte oder die Empfehlung des Tages/Monats. Natürlich ist es schön, dass man eine solche Varietät an Sake bekommt, aber es ist auch schwer, noch den Überblick zu behalten. 

F: 2. Was ist typisch für Sake aus ihrer Region?

A: In der Saga Präfektur wird innerhalb Japans normalerweise ein süßer, vollmundiger Sake- Stil gebraut. Die Sake von AMABUKI fallen hierbei etwas aus der Norm, da wir fast nur trockene Sake brauen. 

F: 3. Was zeichnet für Sie einen guten Sake aus?

A: Ich würde sagen, ein Sake, der Leute, die das erste Mal Sake trinken, dazu bringt zu sagen "Ah, ich hätte nicht gedacht, dass Sake so gut schmeckt!"

 

F: 4. Was finden Sie faszinierend an ihrem Beruf und welche Erfahrung war für Ihre Arbeit besonders wichtig?

A: Für das Sake-Brauen muss man ernsthaft überlegen, hart arbeiten und sich auch Gedanken über die Menschen machen, die unseren AMABUKI Sake trinken werden und darüber, was sie wollen. Diesen Leuten ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, wenn Sie unseren Sake trinken, ist eine schöne Belohnung.

Wenn man als Sakemacher von seinem Sake überzeugt ist, ist es eine unglaublich schöne Erfahrung zu sehen, wenn der Konsument ebenfalls überzeugt ist. Über all die Jahre habe ich gelernt, dass es wichtig ist Sake mit Ambition zu brauen. Wenn es einem egal ist, ob etwas Gutes dabei herauskommt, kann auch auf keinen Fall ein gutes Produkt entstehen.

 

F: 5. Wie wichtig ist Ihnen die internationale Anerkennung von Sake? 

A: Sehr. Natürlich persönlich, aber auch für Japan. Die meisten Sake sind mit Hinsicht auf lokales Essen oder Kultur gebraut. Und wenn davon etwas durch den Sake ins Ausland getragen wird, ist

das denke ich, sehr wichtig. Und sollten die Leute darüber Interesse für die jeweilige Präfektur oder Japan im allgemeinen entwickeln, ist das doch sehr gut. Davon abgesehen macht es einen natürlich glücklich, wenn man ins Ausland geht und zufällig in einem Restaurant auf seinen eigenen Sake stößt.

 

F: 6. Was trinken Sie in Ihrer Freizeit außer Sake?

A: Ich trinke Bier, ich trinke auch Wein, Whisky, Shochu. Eigentlich alles, daher kommt es bei mir immer auf den Tag und die Stimmung an. Letztendlich hat jedes alkoholische Produkt seine guten Seiten, und die sind für unterschiedliche Situationen passend.

 

F: 7. Eine Empfehlung eines Ihrer Sake und ein dazu passendes Gericht?

A: Im Moment würde ich sagen der AMAMBUKI "Rhododendron", Junmai Daiginjo. Jetzt in kälterer Jahreszeit würde ich ihn heiß empfehlen, mit einem Fugu-Gericht. 


(Das Interview wurde wurde auf Japanisch geführt von: Alissa Scherzer. E.Ü.)